Vincentro München ist es ein großes Anliegen, die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen stetig zu verbessern.

Mit der Umsetzung der Integrierten Versorgung nach §140 a SGB V verfolgen wir seit 2010 das Ziel, einen gemeindenahen multiprofessionellen Dienst mit einer 24-stündigen Erreichbarkeit auszubauen und Krisenversorgung am Wohnort zu ermöglichen, um zur Vermeidung von stationären Behandlungen beizutragen. Sich in der (sozial-)psychiatrischen Versorgung zurechtzufinden, ist für manche Menschen mit mentalen Belastungen oder Beeinträchtigungen äußerst anspruchsvoll. Hierfür möchte Vincentro Betroffenen koordinierend zur Seite stehen. Zu bestehenden Hilfen kann sinnvollerweise eine Vernetzung erfolgen. Zudem bezieht die gemeindeorientierte Versorgung ggf. Freunde und Familie ein oder trägt zu deren Entlastung bei. Das Konzept bezieht sich auf die Psychiatrie-Enquete von 1975. Es stellt die darin genannten Forderungen nach gemeindenaher, aufsuchender und bedürfnisorientierter Behandlung in den Mittelpunkt.

Gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt (AWO) München, der AWO Augsburg  und der AWO Nürnberg wurde zu diesem Zweck die Awolysis, Gesellschaft für innovatives Gesundheitsmanagement mbH gegründet. Über diese Managementgesellschaft wurde bereits ab 2010 das Konzept der Integrierten Versorgung - das Netzwerk für psychische Gesundheit - in Nürnberg, Augsburg und München umgesetzt.

Seit November 2014 hat Awolysis die Leistungserbringung für die Region München an die 2013 neu gegründete Vincentro München gemeinnützige Gesellschaft für integrative Lösungen im Gesundheits- und Sozialwesen mbH übertragen. Gesellschafter der Vincentro München gGmbH sind die AWO München Betriebs GmbH und der Projekteverein für Jugend- und Sozialarbeit e.V.

Wesentlich für das Netzwerk für psychische Gesundheit als Alternative zur stationären Behandlung ist die konsequente Ambulantisierung der Krisenversorgung. Hierfür koordiniert eine persönliche Bezugsperson bereits genutzten Hilfen und/ oder vermittelt weitere Möglichkeiten, um zu einer Stärkung des Netzwerks beizutragen, in welchem instabile Befindenszustände oder belastete Lebensphasen im ambulanten Rahmen überwunden werden können.

Für Versicherte von am Versorgungskonzept teilnehmenden Krankenkassen findet zunächst in einem Informationsgespräch vor Ort eine Orientierung zu Idee, Leistungen und Zielsetzung des Angebots statt. Bei eigenem Wunsch und Empfehlung der Vincentro-Koordinationsstelle zur Teilnahme an der Integrierten Versorgung, erfolgt dann nach Einschreibung in den Vertrag eine regelmäßige, verbindliche und flexible Begleitung durch eine Bezugsperson. In weiteren Kennenlerngesprächen erarbeiten Sie gemeinsam mit Ihren Bezugspersonen eine Krisenvereinbarung und besprechen Unterstützungsmöglichkeiten.

Die Teilnahme an der Integrierten Versorgung erfolgt grundsätzlich freiwillig und ist für Sie kostenfrei.